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Bildung

Salutogenese in der pädagogischen Arbeit

Auch wenn die salutogenetische Frage „Was erhält Menschen gesund?“ aus der Sicht unterschiedlicher Wissenschaften (z. B. Medizin, Psychologie, Neurologie) schon recht gut beantwortet worden ist, scheinen die Erkenntnisse unter pädagogischen Fachkräften bisher kaum bekannt zu sein und deshalb auch in der Praxis nicht umgesetzt zu werden. Es gibt sicherlich eine Reihe von Faktoren, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit beitragen,  Antonovsky selbst hat die „generalisierten Widerstandsfaktoren“  in seinen Büchern recht gut beschrieben. Er hat auch erste Überlegungen dazu angestellt, unter welchen Lebensbedingungen bzw. Erziehungszielen und -praktiken sich Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit – die Komponenten des Kohärenzgefühls – herausbilden können.

Mit Blick auf die Heranwachsenden ist darüber nachzudenken, welche Gesundheitsfaktoren in Kindergärten, in Schulen, in der Familie und anderen pädagogischen  Kontexten gefördert werden sollten und könnten. Was können Erzieher/innen, Lehrer/innen und Eltern konkret leisten, um Kinder auf die Risiken des Lebens so vorzubereiten, dass sie gesund bleiben oder sich zumindest in Richtung des Pols Gesundheit bewegen können. Mit Antonovsky’s Worten: Wie können sie gute Schwimmer im Fluss des Lebens werden? Keiner von uns weiß, welche Risiken die heute Fünfjährigen in 30 Jahren zu bewältigen haben. Wir wissen jedoch, dass sich die Lebensbedingungen verändern, dass Globalisierung, digitale Revolution und Klimawandel auch neue Risiken mit sich bringen werden.

Auch ergibt sich aus dem salutogenen Gedanken ein neuer Lernbegriff.

Um aus der nach wie vor häufig an Fehlern und Defiziten orientierten Pädagogik herauszukommen, sind neue Erkenntnisse und Methoden notwendig, um eher ressourcen- und potentialorientiert zu arbeiten.

Die Motivation zum Lernen und die Freude am lebenslangen Lernen ist gegeben, wenn wir fähig sind immer wieder eine gute Kohärenz zu erreichen.

Kohärenz also als eine wesentliche Voraussetzung dafür, das Lernen überhaupt gelingt.

D.h. die Verbindung vom kognitiven und emotionalen Faktoren beim Lernen zu berücksichtigen. Wie geht das?

In der Arbeitsgruppe wollen wir über die neuen Herausforderungen diskutieren und über Konsequenzen für Erziehung und Bildung nachdenken. Wir wollen uns den spezifischen Fragen und Problemen, die sich aus salutogenetischem Blickwinkel in pädagogischen Kontexten stellen, zuwenden. Es wäre sicherlich lohnenswert, sowohl die wichtigsten Erkenntnisse der bisherigen Forschung (Literaturrecherche) und bewährte Praxisbeispiele als auch die Erfahrungen aus der eigenen Arbeit zusammenzutragen und sie auf der Homepage des Dachverbandes zugänglich zu machen. Außerdem wäre es gut vorstellbar, an ein Angebot zur Fortbildung zu denken oder auch ein Internetforum einzurichten. Auf jeden Fall wollen wir das mit interessierten Kolleginnen und Kollegen diskutieren und bitten Euch um Folgendes:

1.      Meldet Euch bei uns per email (s. unten) oder über die Homepage des Dachverbandes

2.      Schreibt, welche Ideen  Ihr für die Arbeit dieser AG habt,

 

Ansprechpartner:

Prof. em. Dr. Christina Krause

Tel.: 0551 980113

Email: ckrause(at)uni-goettingen.de

 

Marianne Klues-Ketels

Tel.: 055156064

Email: m.klues-ketels(at)web.de