Kontakt / Impressum

Kriminitis – Eine lebens-bedrohliche Krankheit des deutschen Fernsehens (Satire)

Negatives und positives Teilen - mitgeteilte Werte vermehren sich!

Wir sind Weltmeister in  der Herstellung und Ausstrahlung von Krimis mit höchster Qualität. Allabendlich senden fast alle Kanäle ein oder sogar zwei spannungsgeladene Filme, in dem jeder Mensch angeleitet wird, seine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen antisozialen Entwicklung in kriminelle Energie und mörderische Wut umzuwandeln. Von der Ohrfeige bis zum Todschlag werden immer wieder die vielfachen Möglichkeiten zur Nachahmung vorgespielt, wie man aufgestauten Frust und Aggressionen abreagieren kann, ohne „erwischt“ zu werden. Es wird gezeigt, wie man einem im Weg stehenden Polizisten mit dessen Pistole erschießt und es ist natürlich reiner Zufall, dass sich dieselbe Szene am nächsten Tag  (7.7.06.) in der Oldenburger Fußgängerzone real abspielt. Vermutlich wird der Täter wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen und das Opfer – falls der Polizist überlebt – wegen Beihilfe zum Mord degradiert.

Wo sind wir eigentlich? Gibt es in der ganzen Fernsehlandschaft einen Menschen, der sich jenseits von Einschaltquoten über die Konsequenzen dieser Anleitung zu Gewalt und Töten Gedanken macht?

Ja, Frau Lea Roche. Sie war die einzige, die auf einen Rundbrief gegen Gewalt und Morde im TV an zwanzig (!) Fernsehanstalten in unserem Sinne geantwortet hat.

Seit Jahren erweist sich die Kriminitis als unheilbar und sie verbreitet sich sogar als infektiös: Die Elite unserer Schauspieler wurden bereits angesteckt.

Eckart Sturm